Das GPS (Global Positioning System) ist ein
satellitengestütztes Navigationssystem. 24
Satelliten in 20.000 km Höhe, ermöglichen
dem GPS-Empfänger eine Genauigkeit der
Position von bis zu 3 Metern. Viele nutzten
bereits diese Technologie bei der Fahrzeugnavigation.
Diese Technik kann nun mit Hilfe
handlicher und speziell für den Outdoor-einsatz
entwickelter GPS-Geäte zur einfachen
Orientierung in der Natur genutzt werden.
Immer mehr Wanderer, Skitourengeher,
Radfahrer und Biker sehen die Vorteile von
GPS-Geräten. Über die Navigationsfunktion
hinaus können die Benutzer Informationen
zur touristischen Infrastruktur im Umkreis
abrufen. Ein GPS-Gerät führt seinen Benutzer
auf einfache und sichere Weise durch
die Natur. Plötzlich einfallender Nebel oder
die einbrechende Dunkelheit führen schnell
dazu, dass die Orientierung mit herkömmlichen
Mitteln wie Karte, Kompass und Höhenmesser
alleine nicht ausreichen, um sicher
zum Ziel oder zurück zum Ausgangspunkt zu
gelangen. Sollte einmal ein Notfall eintreten,
kann aufgrund genauester Positionsangaben
mittels Handy präzise alarmiert werden.
Vorteile eines GPS Gerätes
- Interaktive und leichte Orientierung im Gelände
- Nicht ausreichend beschilderte Touren bleiben nicht nur ortskundigen vorbehalten
- Bereits nach wenigen Metern wird ein Abweichen von der Tour angezeigt
- Sollte es zu einem Unfall kommen, könnten mit einem GPS Gerät die genauen Koordinaten mitgeteilt werden
- Ein GPS Gerät ist rund um die Uhr an jedem Tag verfügbar
- Sie brauchen sich nicht mit unhandlichen Landkarten ärgern
Da nicht jeder sofort mit der Bedeutung der besonderen Begriffe vertraut ist, die bei der Navigation mit GPS-Geräten verwendet werden, sollen die wichtigsten nachfolgend kurz erklärt werden.
Position
Die Koordinaten an denen man sich momentan befindet. Für die Darstellung gibt es zahlreiche verschiedene Formate (siehe auch Kartendatum) aber sehr gebräuchlich sind Angaben wie: N 47° 35.53' E 007° 39.32'. Die aktuelle Position lässt sich im GPS-Gerät abspeichern und wird dann zu einem Wegpunkt. Als Referenzssystem wird weltweit das WGS84 (World Geodetic System 1984) für das GPS-System verwendet.
Wegpunkt (Waypoint)
Wegpunkte können abgespeicherte Positionen sein, an denen man sich einmal befunden hat. Z.B. kann man nach dem Parken seines Autos die aktuelle Position speichern um das Auto später leichter wieder zu finden. Die Koordinaten eines Wegpunkts können aber auch über die Tasten des Geräts eingegeben oder vom PC übertragen werden. Jeder Wegpunkt kann üblicherweise mit einem kurzen Namen und einem Symbol versehen werden. Die meisten Geräte können zwischen 250 und 500 Wegpunkte speichern. Bei vielen Geräten lässt sich ein Wegpunkt auch über eine Entfernung und Peilung von der aktuellen Position oder einem anderen Wegpunkt erzeugen. Das kann praktisch sein, wenn man aus einer Karte den Abstand und die Richtung eines neuen Wegpunkts von einem bereits Bestehenden ausgemessen hat, ohne die exakten Koordinaten zu kennen. Vor allem in der Seefahrt dürfte diese Funktion beliebt sein. Wählt man einen Punkt aus der Liste der gespeicherten Wegpunkte aus, so berechnet, nachdem man über die "Goto"-Funktion (Gehe-zu) den Punkt als Navigationsziel ausgewählt hat, das Gerät kontinuierlich die Richtung und Entfernung zu diesem Punkt. Häufig wird auch die geschätzte Ankunftszeit oder Zeit die man bis zum Punkt braucht angegeben. Befindet man sich in Bewegung oder hat das Gerät einen elektronischen Kompass, so wird das GPS-Gerät auch genau mit Hilfe eines Pfeils anzeigen, in welche Richtung man sich bewegt und ob man sich tatsächlich in Richtung des Wegpunkts bewegt. Wegpunkte lassen sich zu Routen kombinieren.
Routen
Eine Route besteht aus einer Aneinanderreihung von bestehenden Wegpunkten in einer bestimmten selbst festgelegten Reihenfolge. Die meisten Geräte können eine oder mehrere (häufig zwischen 10 und 20) solcher Routen speichern, wobei jede Route je nach Gerät bis zu mehr als hundert Wegpunkte enthalten kann. Meist kann die Route beliebig editiert werden und graphisch auf einer Kartenansicht dargestellt werden. Wird die Route in der einen oder anderen Richtung (Anfang-zum-Ende oder Ende-zum-Anfang) zur Navigation aktiviert ("Goto" oder "Follow" Route), so zeigt das GPS-Gerät die Richtung und Entfernung zum nächsten Wegpunkt auf der Route, folgt dieser Route also Punkt für Punkt, erkennt aber typischerweise auch, wenn ein Punkt auf der Route ausgelassen wurde und man sich bereits an einen der nächsten Punkte angenähert hat. Das Gerät besteht dann nicht darauf, zurück zum eigentlich vorgesehenen Punkt zu gehen und diesen zu besuchen, sondern führt die Route logisch fort.
Tracks bzw. Tracklog
Während man sich bewegt, speichern die meisten Geräte in regelmäßigen Zeit- oder Entfernungsabständen, die man teilweise selbst bestimmen darf, die aktuelle Position in so genannten "Tracklogs". Bei dieser eigentlich jedem bereits aus Hänsel und Gretel bekannten Brotkrumenfunktion können je nach Gerät 1000 bis 10000 Punkte gespeichert werden. Speziell bei Geräten mit 10000 Punkten Speicherplatz (z.B. etrex Vista mit neuester Firmware) sollte dies für die Aufzeichnung einer ganzen Tagestour ausreichen. Diese Tracklogs können grafisch dargestellt und wie Routen aktiviert werden. Dies kann auch "Rückwärts" erfolgen und führt einen somit exakt auf dem Weg zurück, auf dem man gekommen ist. Im Gegensatz zur Route, die nur die Luftlinie zwischen zwei Wegpunkten anzeigt, enthält der Track den tatsächlich zurückgelegten Weg. Viele Geräte erlauben das Speichern von mehren Tracks, wenn auch mit reduzierter Punktzahl, so dass man diese dann wie Routen verwenden kann. Normalerweise können Tracks jedoch nicht im GPS-Gerät editiert oder wie Routen aus Wegpunkten erzeugt werden. Es gibt aber einige Programme am PC (die meisten Routenplaner mit GPS-Unterstützung), mit denen man Tracks zeichnen kann und dann auf den GPS laden und verwenden kann. Sie können allerdings immer nur außerhalb des GPS-Gerätes editiert werden.
Texte: geo-coaching.net